Ecuador

Ecuador, das direkt am Äquator gelegene, zweitkleinste Land Südamerikas, ist reich an Öl und Bananen und leidet dennoch unter Armut, politischem Chaos und hoher Staatsverschuldung. Die Korruption ist auf Grund der viel zu niedrigen Löhne sehr groß. Ecuador gehört zu den Ländern mit der größten Erdbebengefahr. Das Land befindet sich in einem fortwährenden Wandel und kommt nicht zur Ruhe.

In der Präsidialrepublik Ecuador leben derzeit ca. 17 Millionen Menschen. Kinder und Jugendliche machen 37% der Gesamtbevölkerung aus. Über 20 % der Gesamtbevölkerung lebt in Armut. In ländlichen Gebieten 39 %. Wie überall, leiden darunter vor allem die Kinder. Der deutliche Unterschied der indigenen Kinder sticht als Problem hervor. So sind 6 von 10 Kindern aus indigenen Gemeinden nicht altersgerecht entwickelt und leiden an Mangelernährung. Die Armutsquote der indigenen Kinder liegt bei 51,1%.

Kinderhandel und Kinderarbeit sind in Ecuador stark verbreitet. Obwohl die Regierung versucht, dem ein Ende zu setzen, sind immer noch viele Kinder davon betroffen. Diese werden wirtschaftlich oder sexuell ausgebeutet. Prostitution, Pornographie, Zwangsbettelei und häusliche Leibeigenschaft sind nur einige Beispiele dafür, womit diese Kinder konfrontiert werden. Einige Eltern verkaufen ihre Kinder sogar an Menschenhändler.

In den letzten Jahren hat die Zahl der Kinder, die unter ausbeuterischer Kinderarbeit leiden, drastisch abgenommen, dennoch müssen aktuell fast 400.000 Minderjährige arbeiten und zum Lebensunterhalt ihrer Familie beitragen oder um sich selbst zu ernähren. 2003 waren es noch über zwei Millionen. In ländlichen Gebieten arbeiten 15,5% der Mädchen, unter der indigenen Bevölkerung erstreckt sich dieser Anteil auf 29%. Die indigene Landbevölkerung ist häufig gezwungen, ihre Kinder ab 12 Jahren in die Städte zu schicken, um Geld zu verdienen, was die organisierte Ausbeutung zu Folge hat. Viele Eltern sind ins Ausland abgewandert, um dort Arbeit zu suchen und haben ihre Kinder zurückgelassen.

Viele der Kinder erleben zu Hause Gewalt und Vernachlässigung, laufen weg und landen auf der Straße, wo sie sich als Schuhputzer, Lastenträger, Straßenverkäufer, Müllsammler oder Bettler durchzuschlagen versuchen, ständiger Gefahr ausgesetzt, umgeben von Unfällen, Drogen und Klebstoff-Schnüfflern, verdorbener Nahrung und sexuellem Missbrauch. Unzählige Kinder müssen Tag für Tag unter gefährlichen und ausbeuterischen Bedingungen in Steinbrüchen und Ziegeleien schuften. Für Schule und Spielen bleibt ihnen kaum Zeit. Bei der Arbeit auf den Bananen-Plantagen werden sie ohne jeglichen Schutz schädlichen Giftstoffen ausgesetzt.

Heirat und Schwangerschaft im jugendlichen Alter sind ebenfalls ein Problem. 22% der jungen Mädchen werden unter 18 Jahren verheiratet. Das ecuadorianische Gesetz erlaubt die Heirat bei Mädchen ab 12 Jahren und bei Jungen ab 14 Jahren. Kinderehen stellen eine schwere Verletzung der Rechte von Minderjährigen dar – mit gravierenden Auswirkungen auf ihre Gesundheit und ihr gesamtes zukünftiges Leben. In den letzten Jahren hat die Zahl der Mütter, die im Alter zwischen 15 und 19 Jahren ein Kind geboren haben, zugenommen. Darüber hinaus ist in Ecuador der Anteil schwangerer Mädchen im Alter zwischen 10 und 14 Jahren erhöht. Dies liegt an dem Brauch der Familien, ihre Töchter reicheren Familien oder Personen ohne eine Vereinbarung oder Verhandlung anzuvertrauen, um die Ernährung oder Unterkunft der Mädchen sicherzustellen. Schulabbruch stellt nach wie vor ein Problem dar, das einer Lösung bedarf. Für die indigene Bevölkerung im Allgemeinen und insbesondere für die Frauen ist der Zugang zu wesentlichen Einrichtungen, zu Bildung und zu gesunder Ernährung erschwert. Rund 20 % der Mädchen besuchen keine Sekundärschule. Ca. 24 % der Menschen in ländlichen Gebieten haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, zu gesundheitlichen Versorgung und 19 % haben keine angemessenen Sanitäranlagen.

Auch wenn sich die Situation der Kinder in Ecuador in den letzten Jahren sehr verbessert hat, bleibt insbesondere in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Gleichstellung der Geschlechter und den Lebensbedingungen der Kinder allgemein noch einiges zu tun. Bildung hat oft keinen hohen Stellenwert, vielmehr ist die Arbeit wichtiger. Leben ohne Zukunftspläne, ohne Perspektiven. Bildung ist für die Kinder und Jugendlichen der einzige Ausweg aus dem Kreislauf der Armut.

Noch vor 20 Jahren bestand Ecuador zu 50 % aus Regenwald. Heute wurden bereits 80 % davon abgeholzt!

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